Jedes Jahr am 4. Oktober ist Welttierschutztag: Ein Tag, an dem die Menschen für den Schutz der Tiere besonders aufmerksam sein sollen. Dieser Tag hat nicht ohne Grund eine Berechtigung, wie die Berichterstattung der Medien in den letzten Monaten gezeigt hat.
Unter welchen Umständen, die teilweise verstörenden Bilder zustande kamen, will ich nicht beurteilen. Um es aber klar zu sagen: Dort wo Missstände herrschen, gehören sie abgestellt. Es gilt ohnehin der Grundsatz des Tierschutzgesetztes, dass niemand Tieren ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen darf.
Aber nicht alle wünschenswerten Änderungen sind von heute auf morgen auch umsetzbar. Auch daran muss man denken. Schnellschüsse sind nicht geeignet, nachhaltig etwas zu bewegen, dazu sind die Systeme und Märkte zu komplex. Und nicht immer trägt der Verbraucher das Ergebnis mit.
Ebergeruch beim Schweinefleisch ist dafür ein Beispiel. Wie dieser ohne Kastration eindeutig vermieden werden kann, ist noch nicht abschließend geklärt. Dazu sind weitere Forschungen notwendig. Sicher ist bislang, dass die Hormone Skatol und Androstenon im Wesentlichen zum Ebergeruch beitragen. Fleisch mit Ebergeruch wird beschrieben mit den Worten: urinartig, schweißig bzw. fäkal- oder stallartig. Sicherlich nicht etwas mit dem Fleisch punkten kann.
Um Ebergeruch zu vermeiden werden junge männliche Ferkel bislang in den ersten Tagen nach ihrer Geburt kastriert. Das QS-System schreibt vor, dabei Schmerzmittel zu verabreichen. Landwirte, die dagegen verstoßen werden mit K.O. bewertet und verlieren ihre Lieferberechtigung ins QS-System.
Dennoch der Verzicht auf die betäubungslose Ferkelkastration ist beschlossene Sache. Damit diese möglichst zügig und mit einem breiten Konsens stattfinden kann, beteiligen sich die alle Stufen an der QS-Koordinierungsplattform zum Ausstieg aus der Ferkelkastration. Wie und ob das möglich ist und welche Akzeptanz das bei den Verbrauchern hat, dazu hat die Universität Göttingen eine Untersuchungen im Auftrag von QS durchgeführt und die Ergebnisse unter dem Titel „Risikobewertung zum Kastrationsverzicht“ zusammengefasst.
Das Fazit der Studie: Jungebermast kann eine Alternative zur bisherigen Praxis der Schweinemast sein. Positiv stimmt auch, dass die Verbraucher zumindest fettarmes Kotelett von Jungebern nicht wesentlich anders bewerten als herkömmliches Schweinefleisch. Der Verzicht auf die Ferkelkastration rückt näher.
Was bei QS sonst mit Blick auf den Tierschutz wichtig ist, kann man im Infopaket Tierschutz nachlesen.