QS-Sozialmodul FIAS: Sozialmanagement praxisgerecht nachweisen

Präsentation neuer Leitfaden QS-GAP Standard und Global G.A.P. für Obst- und GemüseherstellungRund 300.000 Saisonarbeiter in der Landwirtschaft kommen jedes Jahr in der Erntesaison nach Deutschland, um den erhöhten Bedarf an Arbeitskräften zu decken. Speziell diese Arbeitsverhältnisse werden von einer kritischen Öffentlichkeit aufmerksam beobachtet. Mit dem QS-Sozialmodul FIAS wird das Sozialmanagement auf den Betrieben unabhängig geprüft. Damit können Unternehmen und Erzeugerbetriebe ihre Leistung für angemessene Arbeits-und Sozialbedingungen gegenüber interessierten Dritten dokumentieren.  

Die Freiwillige QS-Inspektion Arbeits- und Sozialbedingungen, kurz FIAS, wurde 2014 im Rahmen eines Pilotprojektes ins Leben gerufen. Aufgrund der Nachfrage des Lebensmitteleinzelhandels nach einer Bestätigung des betrieblichen Sozialmanagements der Lieferanten wurde von diesen der Wunsch geäußert, dazu eine praxisgerechte Lösung zu entwickeln, die insbesondere die spezifischen Belange der Erzeugerbetriebe berücksichtigt. Durch FIAS ist es QS-Systempartnern nun möglich, ihr Sozialmanagement nach einheitlichen Grundsätzen im Rahmen unabhängiger Inspektionen bestätigen zu lassen. Diesbezüglich kann auch der vom Handel oftmals geforderte Nachweis im Rahmen der üblichen QS-Kontrollen problemlos mit erbracht werden. Anforderungen, die im FIAS-Leitfaden festgelegt sind, umfassen z. B. neben der Einhaltung der Kernarbeitsnormen der International Labour Organization (ILO) und dem Vorliegen von Arbeitsverträgen auch die Bereitstellung und Beschaffenheit von Pausen- und Bereitschaftsräumen, Umkleidemöglichkeiten, Aufbewahrungsmöglichkeiten und die Einrichtung eines betrieblichen Beschwerdeverfahrens. Unterstützung bei der Umsetzung von FIAS bieten Arbeitshilfen, die auf der QS-Homepage heruntergeladen werden können. Weiterlesen

„Jetzt geht es darum, die Dinge bis zum Ende zu denken“

QS-Geschäftsführer Dr. Hermann-Josef Nienhoff (Quelle: QS)

QS-Geschäftsführer Dr. Hermann-Josef Nienhoff (Quelle: QS)

Fachtagung zum Verzicht auf betäubungslose Ferkelkastration – Vortrag von QS-Geschäftsführer Dr. Hermann-Josef Nienhoff

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft und QS veranstalteten am 9. Juni 2016 gemeinsam eine Fachtagung zum Thema Verzicht auf betäubungslose Ferkelkastration – Fahrplan bis 2019. Auf der Tagung in Berlin hielt QS-Geschäftsführer Dr. Hermann-Josef Nienhoff einen Vortrag, in dem er über die achtjährige Arbeit der Koordinierungsplattform „Verzicht auf betäubungslose Ferkelkastration“ resümierte. Gleichzeitig erläuterte er den rund 200 anwesenden Fachleuten aus der Land- und Fleischwirtschaft, der Fleischverarbeitung, dem Lebensmitteleinzelhandel sowie aus Politik, Wissenschaft, Tierschutz und Tierärzteschaft, welche Herausforderungen angegangen werden müssen, um bis 2019 einen geordneten, aus Tierschutzsicht vertretbaren und für alle wirtschaftlich gangbaren Weg aus der chirurgischen Ferkelkastration ohne Betäubung zu erreichen. Hier finden Sie eine Zusammenfassung des Vortrags:

Dr. Hermann-Josef Nienhoff über…

… die Diskussion zum Umsetzungsdatum 1. Januar 2019

„Jetzt geht es in den Endspurt. Der 1. Januar 2019 steht und das Umsetzungsdatum wird nicht infrage gestellt. Spätestens ab diesem Zeitpunkt dürfen in Deutschland Ferkel nicht mehr ohne Betäubung kastriert werden – eine jahrhundertealte, bewährte Praxis muss sich ändern. Jetzt kommt es darauf an, Planungssicherheit herzustellen, möglichst einen gemeinsamen Fahrplan abzustimmen – nicht zuletzt, damit wir in der Schweineproduktion und -vermarktung auch zukünftig vertrauensvoll und zuverlässig zusammenarbeiten können. Weiterlesen

“Du bist nicht allein” – Interview zur neueren Mikrobenlehre mit Dr. Bernhard Kegel

Neuere-Mikrobenlehre-KegelWer sich mit Dr. Bernhard Kegel unterhält, dem kann es zuweilen unheimlich werden. Seit 2013 beschäftigt sich der Naturwissenschaftler mit Bakterien und anderen Mikroben. Sie wurden international zu einem technikgetriebenen Forschungsgegenstand, der sich zurzeit selbst überholt. Auch wenn die Entwicklung noch in ihren Kinderschuhen steckt, ist heute schon klar: Jeder Mensch lebt im Austausch mit Millionen anderer Organismen. Sie bilden in jedem Einzelnen von uns ein hoch individuelles Biokonglomerat, von dem wir noch längst nicht wissen, was es mit uns – ganz persönlich – macht.

Es heißt, Mikrobiologen stellen derzeit unser biologisches Weltbild auf den Kopf. Worin liegt die Revolution?

Dr. Kegel: „Wir lebten bislang in der Annahme, die meisten Organismen, einschließlich des Homo sapiens, seien autarke Einzelwesen. Diese Vorstellung ist für uns eine Selbstverständlichkeit, für Wissenschaftler ebenso wie für Laien. Diese Selbstverständlichkeit entpuppt sich nun zunehmend als ein fundamentaler Denkfehler.“ Weiterlesen

Antibiotikaeinsatz in der Nutztierhaltung geht zurück

Seit mehr als drei Jahren wird im QS-System der Einsatz von Antibiotika in Geflügel, Schweine oder Mastkälber haltenden Betrieben erfasst, bewertet und Ergebnisse quartalsweise an die Tierhalter zurück gemeldet. Die mehr als 1,8 Millionen Behandlungsbelege, die aktuell in der QS-Antibiotikadatenbank vorliegen, bilden eine gute Grundlage für sachgerechte Auswertungen. Sie ermöglichen es Tierärzten und Tierhaltern, den Antibiotikaeinsatz eines Betriebes mit dem Durchschnitt aller Betriebe im QS-System zu vergleichen und dahingehend Maßnahmen einzuleiten, ihren Antibiotikaeinsatz zu reduzieren. Erste Erfolge sind inzwischen sichtbar, die eingesetzten Mengen Antibiotika sind seit Jahren rückläufig. Weiterlesen

Tierschutz und Tiergesundheit im QS-System

Im QS-System spielen der Tierschutz und die Tiergesundheit eine bedeutende Rolle. Nahezu die Hälfte aller an die Tierhalter gestellten QS-Anforderungen betrifft den Tierschutz oder die Tiergesundheit. Erfahren Sie hier, welche Tierschutz- und Tiergesundheitsvorschriften die Tierhalter im QS-System erfüllen und durch welche Kontrollebenen die Einhaltung der Anforderungen sichergestellt wird.

Die wichtigsten QS-Anforderungen zum Tierschutz und zur Tiergesundheit im Überblick

Tierschutzgerechte Haltung

  • Alle Tiere werden durch fachkundiges Personal gepflegt und betreut.
  • Der Tierhalter sorgt dafür, dass die Tiere ausreichend vor Witterungseinflüssen geschützt sind und überwacht das Stallklima (Temperatur, Lärmbelästigung, Lüftung) fortlaufend.
  • Werden die Tiere im Stall gehalten, ist dieser mit rutschfesten und trittsicheren Böden ausgestattet und verfügt über eine ausreichende Beleuchtung.
  • Die Tiere haben ständig Zugang zu Wasser und Futter in ausreichender Menge und Qualität und verfügen über ein ausreichendes Platzangebot.
  • Für den Fall, dass der Strom ausfällt, existieren Vorkehrungen, die eine Versorgung der Tiere mit Frischluft, Wasser und Futter sicherstellen.

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