Es geht um das Thema Nachhaltigkeit in der Fleischwirtschaft. Haltungsbedingungen, Tierschutz, Wasserverbrauch und Flächennutzung: Immer stärker rücken Nachhaltigkeitsthemen in den Fokus von Fachwelt, Politik und Verbraucher. Doch wie weist man Nachhaltigkeit nach? Welche messbaren Kriterien muss ein Unternehmen erfüllen, um als „nachhaltig“ zu gelten? Wie kann sich die Wirtschaft auf ein gemeinsames Vorgehen verständigen? Soll das Thema Nachhaltigkeit im QS-Prüfsystem berücksichtigt werden? Mit diesen und anderen Fragen beschäftigt sich die Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit im QS-System. Erste Ergebnisse einer Hot-Spot Analyse bei Schweinefleisch liegen jetzt vor.
“Nachhaltigkeit ist ein Thema, das Produktionsstufen überschreitet.”
Ganzheitliches Nachhaltigkeitsmanagement vernetzt soziale, ökologische und ökonomische Entwicklungen und bringt diese soweit wie möglich in Einklang. Die Aufgabenstellungen sind vielfältig und komplex. Sie sind nur durch Kooperationen und Netzwerke zu lösen. Die ganze Wertschöpfungskette ist deshalb herausgefordert, gemeinsam nach stufenübergreifenden Lösungen zu suchen.
Doch bevor Handeln nur zu Aktionismus führt, ist zu klären, was Nachhaltigkeit für die Branche bedeutet und wie diese glaubwürdig und transparent anhand messbarer Kriterien dokumentiert bzw. geprüft werden kann. Praktiker aus Unternehmen, Vertreter der Wirtschaft und Wissenschaftler beraten in welchen Feldern Maßnahmen umgesetzt werden müssen.
Doch welches sind die Themen und Tätigkeitsfelder – die so genannten Hot-Spots – mit dem Potential zur Krise auszuarten, wenn man nicht heute schon reagiert und gegensteuert?

Hot-Spot-Analyse Schweinefleisch
Sieben Hot-Spots identifiziert
Die Hotspots der Wertschöpfungskette Schweinefleisch haben der Hohenheimer Professor Dr. Doluschitz und seine Mitarbeiter im Auftrag von QS ermittelt. Auf der Basis von Experteninterviews sind dabei folgende Handlungsfelder ermittelt worden. Diese Nachhaltigkeitselemente haben für die Produktion von Schweinefleisch – vom Landwirt bis zur Ladentheke – nach Ansicht der Befragten die größte Relevanz:
- Tierschutz/Tiergesundheit/Tiergerechtheit
- Emission klimaschädlicher Gase
- Flächennutzung
- Mitarbeiterqualifikation und Management
- Reststoffmanagement/Reduktion von Verlusten und Abfällen
- Energieeinsatz/Regenerative Energien
- Wassermanagement/Wasserqualität
Die Experten in der Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit haben sich inzwischen auf die Bedeutung dieser identifizierten Hot-Spots verständigt. Wenn sie jetzt von allen Akteuren gemeinsam angepackt würden, könnten nachhaltige Lösungen gefunden werden. Der nächste Schritt müsse sein, geeignete Indikatoren für das Nachhaltigkeitsmanagement abzuleiten.