Aflatoxine in Futtermitteln – Fragen und Antworten

Mais als FuttermittelIm Zuge der aktuellen Ereignisse um Aflatoxine (Schimmelpilze) in Futtermitteln haben wir für Sie einige Fragen und Antworten zusammengestellt.

Was sind Aflatoxine? Wie wird kontrolliert?

Aflatoxin B1 ist ein Schimmelpilzgift, auf das Futtermittel regelmäßig kontrolliert werden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat zu Aflatoxinen eine umfassende Zusammenstellung auf seinen Internetseiten veröffentlicht. Die Untersuchung auf Mykotoxine stellt einen festen Bestandteil der Rohwarenkontrollen und der Mischfutterkontrollen im Rahmen der Überwachung auf unerwünschte Stoffe dar. Allein bei den im QS-System dokumentierten Eigenkontrollen der Wirtschaft werden jährlich etwa 2.500 Futtermittelproben auf Aflatoxin B1 untersucht. Weiterlesen

VVVO-Nummern angeben: Klarstellung für Direktlieferungen

Futtermittel: VVVO-Nummer erfassen und weitergeben

Futtermittel: VVVO-Nummer erfassen und weitergeben (Quelle: QS)

Mischfutterhersteller oder Mischfutterhändler müssen ab dem 1. Januar 2013 die VVVO-Nummern der belieferten Landwirte in den Warenbegleitpapieren ausweisen, wenn sie lose Ware im QS-System ausliefern. Darüber haben wir hier im Blog schon berichet. Diese Regel gilt auch, wenn noch ein oder mehrere Händler an der Lieferung beteiligt sind. Die VVVO-Nummer muss die Ware ohne Unterbrechung begleiten – von demjenigen Hersteller bzw. Händler, der die Zuordnung vornimmt, bis zum Endabnehmer .

Wir möchten in diesem Zusammenhang noch mal klar stellen: Das Unternehmen in der Lieferkette, das die Futtermittellieferung einem landwirtschaftlichen Betrieb zuteilt, erfasst die VVVO-Nummer des Betriebs im Warenwirtschaftssystem, ordnet sie der Lieferung zu, schreibt sie in die Warenbegleitpapiere und gibt sie damit weiter – bis zum Bestimmungsort: Unabhängig davon ob noch Streckenhändler an der Lieferung beteiligt sind. Dabei gilt: Streckenhändler, die über einen von QS anerkannten Standard wie GMP+ Int. ins QS-System liefern, reichen die VVVO-Nummer ebenfalls weiter.

Händler dagegen, die die Ware selbst umschlagen oder die Futtermittelbestellungen der Landwirte direkt annehmen, sind selbst verantwortlich dafür, dass die VVVO-Nummer erfasst, zugeordnet und weitergegeben wird. Der Mischfuttermittelhersteller bleibt in diesem Fall außen vor.

Mischfutterhersteller, die nach einem von QS anerkannten Standard zertifiziert sind (z.B. GMP+ Int.) sind nicht verpflichtet, die VVVO-Nummer auszuweisen, aber hier wird eine Zuordnung sehr empfohlen, denn sie trägt nicht unwesentlich zur Verbesserung der Rückverfolgbarkeit von Mischfuttermitteln bei. Im Krisenfall kann die Verbreitung einer Charge schneller erkannt und die Zahl betroffener Betriebe schneller eingegrenzt werden.

Der Leitfaden Futtermittelwirtschaft wird zur Revision am 01.01.2013 entsprechend geändert. Ab 2013 erfolgt die Überprüfung dieser Anforderung im QS-Audit.

VVVO-Nummern angeben und Rückverfolgung verbessern

Futtermittel: Zukünftig VVVO-Nummern angeben

Futtermittel: Zukünftig VVVO-Nummern angeben

Die Viehverkehrs-Verordnungs-Nummer oder kurz VVVO-Nummer wird im QS-System eine größere Bedeutung bekommen: Futtermittellieferanten müssen zukünftig die VVVO-Nummern der belieferten landwirtschaftlichen Betriebe erfassen und in den Warenbegleitpapieren ausweisen. Diese Verpflichtung resultiert aus dem Dioxingeschehen Anfang 2011 und trägt dazu bei, die Warenzuordnung und Rückverfolgung im Ereignis- oder Krisenfall zu erleichtern. Darüber haben wir hier bereits berichtet.

Um die häufigsten Fragen zu beantworten, geben wir hier nochmal einen genaueren Überblick über die wichtigsten Ansätze, Ziele und Anforderungen:

Was bringt das?

Es soll zukünftig eine Verknüpfung der Mischfuttermittelpartie, die vom Futtermittelhersteller oder vom Händler geliefert wird, zu der VVVO-Nummer des belieferten landwirtschaftlichen Betriebes geben. Dadurch lässt sich eine zielgenaue Warenverfolgung einzelner Partien zum Abnehmer vornehmen und der Kreis betroffener und vorbeugend gesperrter Betriebe oder Betriebsteile eingrenzen. In der Krise spart das wertvolle Zeit.

Was ist die VVVO-Nummer?

Die VVVO-Nummer (Viehverkehrs-Verordnungs-Nummer) ist jedem landwirtschaftlichen Betrieb von behördlicher Seite zugeordnet (entspricht der Hi-Tier-Nummer). Die Nummer ist stets 15-stellig und gleichzeitig auch die Kennnummer des landwirtschaftlichen Standorts im QS-System.

Alle Nutztierhalter, also auch alle Rinder-, Schweine- und Geflügelhalter im QS-System, haben eine solche Nummer erhalten. Sie baut sich folgendermaßen auf:

Beispiel: 276  05  766  044  xxxx

276  = Bundesrepublik Deutschland
05  = Bundesland – hier Nordrhein-Westfalen
766  = Regierungsbezirk (7) – hier Detmold und Kreis (66) – hier Lippe
044  = Gemeinde, Stadt – hier Stadt Lemgo
xxxx  = Kennnummer des Betriebes

Die meisten landwirtschaftlichen Betriebe haben eine einzige Nummer erhalten. Sofern aufgrund der Rechtsform, Größe oder Lage des landwirtschaftlichen Betriebes mehrere Nummern vergeben wurden, ist diejenige Nummer anzugeben, an die das Futter geliefert wird.

Bitte beachten Sie, dass für landwirtschaftliche Betriebe im Ausland eine ähnliche Nummer (z.B. UBN-Nummer in den Niederlanden) vergeben ist. Sofern es sich also um ausländische QS-Betriebe handelt, die beliefert werden, ist hier ein analoges Vorgehen notwendig.

Wie erfolgen Erfassung und Dokumentation?

Ziel ist, dass die technischen Voraussetzungen der Futtermittelhersteller und Händler im ersten Halbjahr 2012 geschaffen werden. Danach müssen alle Futtermittelhersteller und Händler, die direkten Lieferkontakt zum landwirtschaftlichen Betrieb haben, aktiv die Nummer abfragen. Die Futtermittelhersteller und Händler werden also bei der Auftragsannahme die Nummer erfragen oder die Landwirte per Rundschreiben dazu aufzufordern.

Landwirte sollten bei Bestellungen die VVVO-Nummer bereithalten und auf Nachfrage angeben.

Der Lieferant wird dann die Futtermittelpartie der jeweiligen VVVO-Nummer des belieferten Betriebes zuordnen und auf den Warenbegleitpapieren (i.d.R. den Lieferscheinen) ausweisen. Der Landwirt seinerseits muss dann die Angabe überprüfen, ggfs. korrigieren und die Dokumente archivieren.

Welche Waren sind erfasst?

Verpflichtend wird diese Zuordnung zunächst für lose Mischfuttermittel. Für lose Einzelfuttermittel, verpackte und Sackware sowie Ware per Barverkauf ist dieses Vorgehen nicht verpflichtend, wird aber empfohlen.

Bis wann muss die VVVO-Nummer erfasst werden?

Die Erfassung der Nummern und Zuordnung der Futterpartie soll so schnell wie möglich funktionieren. Je früher die Erweiterung erfolgt, desto eher kann die Nummernzuordnung erfolgen und im Krisenfall Vorteile bringen. Spätestens zum 31.12.2012 sollen die technischen Voraussetzungen eingerichtet sein, so dass dann alle Lieferungen zugeordnet werden können.

Eine Überprüfung dieser Vorgaben erfolgt erst im QS-Audit ab 2013.

Für weitergehende Fragen stehen aber die Ansprechpartner in der QS-Geschäftsstelle oder die jeweiligen Bündler zur Verfügung.

Dioxine und das Futtermittelmonitoring bei QS

Die Berichterstattung in den Medien über Dioxinfunde in Lebensmitteln führt es deutlich vor Augen: Futtermittel geraten immer wieder unter Verdacht, die Quelle für den Eintrag von Dioxinen zu sein. Die Verunreinigung von Futtermitteln mit Dioxinen oder (dioxinähnlichen) polychlorierten Biphenylen (PCB) ist aber nicht nur deshalb ein ein sensibles Thema.

Obwohl nicht jede Verunreinigung von Futtermitteln gleichzeitig auch mit einer unmittelbaren Gefahr für die Gesundheit von Mensch und Tier verbunden ist, müssen alle, die mit Futtermittel zu tun haben, aufmerksam sein. Gesundheitsrisiken sind bereits im Ansatz zu minimieren, geltende Grenzwerte müssen eingehalten werden.

Dioxine entstehen u. a. bei Verbrennungsprozessen und können in die Umwelt gelangen.  Deshalb können Verunreinigungen von Futtermitteln mit Dioxinen bislang leider nicht völlig ausgeschlossen werden. Glücklicherweise sind gravierende Grenzwertüberschreitungen selten. Je eher diese erkannt werden, desto schneller kann gehandelt werden: Belastete Ware wird gesperrt. Untersuchungen auf Dioxin- oder PCB-Verunreinigungen sind daher wichtige Elemente der betrieblichen Qualitätssicherung.

Innerhalb des QS-Systems müssen alle, die Futtermittel herstellen, lagern oder damit handeln, auch am Futtermittelmonitoring teilnehmen. Damit sind Futtermittelhersteller, Händler und auch Landwirte als Primärerzeuger von Futtermitteln bzw. als Selbstmischer verpflichtet, regelmäßig Proben ihrer Futtermittel zu nehmen und diese u. a. auch auf Dioxin und (dioxinähnliche) PCB untersuchen zu lassen. Die Analysehäufigkeit ist in den Kontrollplänen im Leitfaden Futtermittelmonitoring festgelegt und hängt von der jährlich erzeugten bzw. gehandelten Menge an Futtermitteln ab. Bei landwirtschaftlichen Selbstmischern übernimmt der Bündler die Koordination der Untersuchungen. Sämtliche im QS-System eingesetzte oder erzeugte Einzelfuttermittel müssen außerdem auf der Positivliste für Einzelfuttermittel der Normenkommission gelistet sein.

Die Dioxin Vorkommnisse zu Beginn des Jahres haben aber auch noch Verbesserungspotential für die Effizienz und Effektivität des QS-System aufgezeigt. Erste Konsequenzen wurden bereits gezogen. Um das System noch zuverlässiger zu machen, müssen zur Verbesserung der Rückverfolgbarkeit beispielsweise zukünftig die VVVO-Nummern beim Bezug loser Futtermittel angegeben werden. Sollten dann belastete Futtermittel ausgeliefert werden, kann schneller und leichter nachvollzogen werden, an welche Standorte verunreinigte Ware geliefert wurde. Betroffene Betriebe können dadurch sicherer identifiziert werden.

Weiterführende Informationen zu Dioxinen und PBC:

Dioxinfund in Rübenschnitzeln

Seit zwei Tagen wird in den Medien über Dioxine in Futtermitteln berichtet. Anlass ist eine Grenzwertüberschreitung in Zuckerrüben-Trockenschnitzeln, die in der Futtermittelmittelherstellung verwendet werden sollten. Eine Gefahr für die Lebensmittelsicherheit besteht nach bisherigen Erkenntnissen nicht.

Ein Unternehmen hatte im Rahmen der betrieblichen Eigenkontrolle Proben genommen und auf Dioxin untersuchen lassen. Solche Proben sind u. a. im Rahmen des QS-Futtermittelmonitorings vorgeschrieben. Für zwei Proben von zwei Standorten wurden dabei leichte Überschreitungen des Dioxin-Grenzwertes festgestellt. Die betroffene Ware wurde daraufhin sofort vom Unternehmen selbst gesperrt. Die Abnehmer der Rübenschnitzel – hauptsächlich Landwirte und Futtermittelunternehmen – wurden benachrichtigt.

Basierend auf den uns vorliegenden Fakten sehen wir bis heute keinen Anlass für eine konkrete Warnung. Genauso sehen es auch die Verantwortlichen in Niedersachsen. Sie teilten gestern in einer Pressemeldung des Landwirtschaftsministeriums mit, dass nach allen bekannten Informationen keine Gefahr für die Lebensmittelsicherheit bestehe.

Leidtragende sind jetzt hauptsächlich Landwirte und Futtermittelhersteller. In Niedersachsen sind gegenwärtig rund 50 Tonnen Zuckerrübenschnitzel und etwa 1150 Tonnen Silage von den Behörden gesperrt worden, in Sachsen Anhalt ebenfalls eine beträchtliche Menge (Quelle: MZ-Web).

Ungeachtet der behördlichen Einschätzung hat QS die Rückverfolgbarkeit der belasteten Ware geprüft: Auch wenn bei einer maximalen Einmisch-Quote nicht mit einer Höchstwertüberschreitung in den Futtermittelendprodukten zu rechnen ist, geht QS umfassend er Frage nach, ob und wie die Rübenschnitzel vermarktet worden sind. Falls sich Änderungen der Sachlage ergeben, werden wir darüber informieren.

Der Grund für die Dioxinbelastung ist noch nicht bekannt. Danach wird weiter gesucht.