QS-Laborkompetenztest: Stetig wachsende Herausforderungen stellen Mehrwert für Labore dar

(Quelle: QS)

Bei der Analyse von Rückständen in Obst und Gemüse sind die Erfahrung und Qualifikation des Laborpersonals wesentliche Qualitätsfaktoren. Damit die Rückstandsanalysen im QS-System immer höchsten Qualitätsansprüchen genügen, stellt QS mit dem Laborkompetenztest die analytische Qualität der anerkannten Labore zweimal jährlich auf den Prüfstand. Seit ihrer Einführung in 2006 wurde das Testdesign regelmäßig modifiziert und die Labore vor immer neue Herausforderungen gestellt. Ein Vorgehen, dass sich auch für die Labore auszahlt. Weiterlesen

Analytik ohne Grenzen?

Seit den 1960er Jahren werden Rückstandsanalysen auf Pflanzenschutzmittel in frischem Obst und Gemüse durchgeführt. Im Verlauf der vergangenen Jahrzehnte sind die Analysemethoden immer besser und empfindlicher geworden. Dies zeigt sich insbesondere an der Entwicklung der erreichten Nachweisgrenzen: Vor ca. 40 Jahren war die Spurenanalytik in der Lage, Pflanzenschutzmittel-Rückstände von 1 mg/kg (10-6) zu erfassen, vor 20 Jahren waren es bereits 0,001 mg/kg, was 1 µg/kg (10-9) entspricht. Aktuell sind es 0,000001 mg/kg, also 1 ng/kg (10-12). Damit ist das Nachweisvermögen allein in den letzten 20 Jahren von 10-9 auf 10-12 gewachsen – also um den Faktor 1.000!

Zum Vergleich: 1 µg/kg bedeutet die Bestimmung eines einzigen Roggenkorns in 50 t Weizen, was wiederum ungefähr 1 Güterwaggon entspricht, der mit 50 t Weizen beladen ist. 1 ng/kg bedeutet die Bestimmung eines einzigen Roggenkorns in 50.000 t Weizen, was wiederum ungefähr 1.000 Güterwaggons entspricht, die mit jeweils 50 t Weizen beladen sind. Weiterlesen

Kontaminationsrisiken im Anbau – Gefahren erkennen, berücksichtigen und minimieren

Von Jochen Kreiselmaier (Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Rheinpfalz)

„Wir haben in ihrem Gemüse Pflanzenschutzmittelrückstände eines nicht zugelassenen Wirkstoffes nachgewiesen. Die Ware ist deshalb für uns nicht vermarktungsfähig.“ Oft trifft diese Mitteilung den Gärtner unverhofft. Er ist sich keiner Schuld bewusst, denn er weiß, dass er diesen Wirkstoff nicht eingesetzt hat. Wo aber kommt dieser her? Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass solche Wirkstofffunde, oft aus Abdrift bzw. aus Wirkstoffverlagerungen von Nachbarflächen stammen oder auf eine unzureichende Tankreinigung der Feldspritze zurückzuführen sind.

Risikofaktor Abdrift / Wirkstoffverlagerung

Insbesondere in Gebieten mit hoher Anbaudichte und bei kleinen Flächen besteht ein hohes Risiko des Wirkstoffeintrages von und auf Nachbarflächen. Selbst bei Einhaltung einer guten fachlichen Praxis und mit modernster Technik ist keine 100%ige, randscharfe Behandlung einer Fläche möglich. Beim Einsatz „normaler“ Düsen werden in 1 Meter Entfernung zum Spritzgestänge immerhin noch ca. 1 Prozent der Aufwandmenge in Bodensedimenten der Nachbarfläche nachgewiesen (Quelle: Abdrift-Eckwerte, JKI, Braunschweig). Durch den Einsatz von Injektordüsen, die Abdrift um 90 Prozent mindern, kann dieser Wert zwar auf 0,1% reduziert werden. Aber auch das ist immer noch zu viel, da heute nahezu jedes Molekül nachweisbar ist. Weiter kann es infolge von Staubverfrachtung (Winderosion) zu Wirkstoffverlagerungen auf Nachbarflächen kommen, wenn an den Bodenteilchen noch Pflanzenschutzmittelreste haften. Bei heißer Witterung ist auch der Eintrag über die Gasphase eines Pflanzenschutzmittels (abhängig von dessen Dampfdruck), nicht auszuschließen. Weiterlesen

Megatrend Convenience – Fertigprodukte mit dem QS-Prüfzeichen nehmen zu

(Quelle: QS)

Ob Fleischspieße mit Paprika, Gyrospfanne mit Zwiebeln, Cevapcici mit Reis oder „klassisch“ das Cordon Bleu – auf all diesen Produkten im Lebensmitteleinzelhandel kann man das QS-Prüfzeichen finden. In den vergangenen Monaten ist der Anteil an QS-Produkten im Sortiment der vorgefertigten Lebensmittel gestiegen. Derzeit bieten 24.500 Filialen des Lebensmitteleinzelhandels Fleisch, Wurst und Schinken sowie jetzt auch verstärkt Convenience Produkte mit dem QS-Prüfzeichen an.    

28 Prozent des wöchentlichen Gesamtbedarfs an Lebensmitteln werden mit Fertiggerichten abgedeckt (Mafowerk GmbH, 2015). Im Jahr 2014 betrug der Umsatz mit gekühlten Convenience Produkten 1,77 Mrd. Euro und ist damit im Vergleich zu 2010 um 20 Prozent gestiegen (LPV Media GmbH, 2015). Die Nachfrage nach einfachen und schnell zubereiteten Lebensmitteln wird größer. QS kann einen entscheidenden Beitrag für die Qualitätssicherung leisten. Weiterlesen

Befunddatenerfassung bei Schlachtgeflügel

Interview mit Prof Dr. Robby Andersson

Prof. Dr. Robby Andersson (Hochschule Osnabrück)

QS hat die Befunddaten-erfassung für Schlachtgeflügel auf den Weg gebracht. Ab 1. Juli 2017 melden alle Schlacht-betriebe, die an der Initiative Tierwohl teilnehmen, Befund-daten an die zentrale Befund-datenbank Geflügel bei QS. Ab dem 1. Januar 2018 ist die Meldung auch für alle QS-Schlachtbetriebe verpflichtend. Zur Auswertung und Aussagekraft von Befunddaten bei Schlachtgeflügel haben wir den Geflügelexperten Prof. Dr. Robby Andersson von der Hochschule Osnabrück befragt.

Frage: Welche Aussagen können Befunddaten liefern und welche Indikatoren kommen überhaupt in Frage?

Prof. Dr. Robby Andersson: Befunddaten sollen eine Einschätzung zur Haltung, Fütterung und Pflege der Tiere ermöglichen. Diese Faktoren unterscheiden sich naturgemäß von Betrieb zu Betrieb. In einer groß angelegten Studie, die in Zusammenarbeit mit der Geflügelwirtschaft durchgeführt wurde, haben wir unterschiedliche Indikatoren wie Mortalität, Fußballengesundheit, Brusthautveränderungen oder den Verwurf von ganzen Tieren oder Teilstücken bei der Schlachtung von Puten untersucht. Letztendlich konnten wir anhand des Zustandes der Fußballen am besten Rückschlüsse auf die Tierhaltung gewinnen. Sie ermöglichen uns eine Einschätzung zu Einstreu, Klima, Futter, Darmgesundheit, Herdenmanagement zu geben. Die Mortalität im Bestand lässt Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand der Herde zu, sollte aber auch in Verbindung z.B. mit dem Antibiotikaeinsatz gesehen werden. Anhand der  Transportverluste konnten teilweise Aussagen zur Vitalität der Herde und zur Häufung des Anteils geschwächter Tiere getroffen werden. Auswertungen der Verwürfe haben uns diesbezüglich nicht weitergebracht. Weiterlesen